Bandwürmer (Cestoda) sind hochspezialisierte Endoparasiten der Wirbeltier-Därme. Wesentliche Anpassungen:
1. Skolex (Haftorgan)
- Saugnäpfe (4) + Rostellum mit Haken (bewaffnet) oder ohne (unbewaffnet)
- Feste Haftung an der Darmschleimhaut; widersteht der Peristaltik
2. Strobilisation (Segmentierung)
- Körper = Kette von Proglottiden (Segmenten), die vom Hals zum Schwanz reifen
- Jedes Proglottid = vollständige zwittrige Fortpflanzungseinheit
- Trächtige Endproglottiden lösen sich, werden mit dem Kot ausgeschieden → Umweltverbreitung
- Kontinuierliches Wachstum vom Hals aus; theoretisch unbegrenzte Länge
3. Kein Verdauungstrakt
- Nährstoffaufnahme direkt über das Tegument (syncytiale Oberfläche mit Mikrotricheiden ↑ Oberfläche)
- Transporter für Glukose, Aminosäuren, Purine, Lipide
- Spart Energie; totale Abhängigkeit von der verdauten Nahrung des Wirts
4. Zwitter & Selbstbefruchtung
- Jedes reife Proglottid besitzt Hoden und Eierstöcke
- Kreuzbefruchtung zwischen Proglottiden oder Würmern bevorzugt; Selbstung möglich
- Sichert Fortpflanzung auch bei einzelner Wurm
5. Enormer Fortpflanzungsoutput
- Jedes trächtige Proglottid: 50.000–100.000+ Eier
- Millionen Eier/Tag pro Wurm → hohe Übertragungswahrscheinlichkeit
6. Komplexe Lebenszyklen mit Zwischenwirten
- Eier werden von Zwischenwirt (Krebs, Floh, Käfer, Schwein, Rind, Fisch) aufgenommen → Onkosphäre schlüpft → dringt in Darm ein → entwickelt sich zu Zystizerkose/Metacestode in Geweben
- Endwirt frisst infizierten Zwischenwirt → Skolex evaginiert → heftet sich an → reift
- Erweitert Wirtsspektrum; überbrückt ökologische Nischen
7. Immun-Evasion
- Tegument-Oberfläche: schneller Umschalt, wirtähnliche Antigene, abgestoßener Glykocalyx
- Sekretiert: Protease-Inhibitoren, Zytokine-Mimetika, Komplement-Inhibitoren
- Induziert Th2/Treg-Bias; unterdrückt schützende Th1
Diese Anpassungen machen Cestoden zu den erfolgreichsten Parasiten – allgegenwärtig, langlebig und oft asymptomatisch bis zu hoher Wurmlast oder Larvenwanderung (Zystizerkose, Echinokokkose).