Abblätternde Fingerspitzen (Desquamation) können auf umweltbedingte, dermatologische, infektiöse oder systemische Faktoren zurückzuführen sein.
Häufige Ursachen
- Trockene Haut (Xerose): Niedrige Luftfeuchtigkeit, häufiges Händewaschen, aggressive Seifen/Desinfektionsmittel, Winterwetter.
- Sonnenbrand: UV-Schaden → verzögertes Abblättern.
- Kontaktdermatitis: Irritativ (Reinigungsmittel, Lösungsmittel, Chemikalien) oder allergisch (Nickel, Duftstoffe, Konservierungsmittel, Kautschukbeschleuniger).
- Ekzem (atopisch, dyshidrotisch): Bläschen → Abblättern; stark juckend.
- Psoriasis: Schuppige Plaques; kann Nägel betreffen (Grübchen, Onycholyse).
- Pilzinfektion: Tinea manuum (oft eine Hand, zwei Füße); KOH-Präparat bestätigt.
- Kawasaki-Krankheit: Periunguales Abblättern in der Rekonvaleszenzphase (pädiatrisch).
- Scharlach: Handflächen/Fußsohlen schälen sich Tage nach dem Ausschlag.
- Vitaminmangel: Biotin, B3 (Niacin), B7, essentielle Fettsäuren.
- Systemische Erkrankungen: Hypothyreose, Diabetes, Sjögren, Lupus, Raynaud.
- Medikamente: Retinoide, Chemotherapie, EGFR-Inhibitoren.
Hauspflege
- Sanfte Reinigung, trocken tupfen.
- Dickflüssige Emollients (Petrolatum, Ceramide-Cremes) häufig auftragen.
- Nach Salbe Baumwollhandschuhe nachts.
- Reizstoffe vermeiden; Nitrilhandschuhe für Nassarbeit verwenden.
- OTC Hydrocortison 1 % × 1–2 Wochen bei leichter Entzündung.
Wann zum Dermatologen
- Keine Besserung nach 2–3 Wochen.
- Schmerzen, Risse, Blutungen, Anzeichen einer Infektion.
- Nagelveränderungen (Grübchen, Verfärbung, Ablösung).
- Begleitender Ausschlag anderswo, Gelenkschmerzen, systemische Symptome.
- Unsichere Diagnose.
Biopsie, Epikutantest oder Blutuntersuchungen können für eine definitive Diagnose nötig sein.