Trauma und Herpes Zoster (Gürtelrose) Ausbreitung
Gürtelrose ist die Reaktivierung des latenten Varizella-Zoster-Virus (VZV) in den Dorsalwurzelganglien. Trauma im betroffenen Dermatom kann die virale Ausbreitung entlang der Nervenwege fördern.
Mechanismus
- Hautverletzung → Entzündung, Zytokinfreisetzung → verändert lokale Immunüberwachung.
- Kann VZV-Replikation und anterograden Axontransport in neue Hautbereiche auslösen.
- Koebner-Phänomen (isomorpher Reaktion): Läsionen entwickeln sich an Traumaorten.
Gefährliche Verbreitungsmuster
- Augenast (V1): Stirn-/Nasenläsionen → Herpes Zoster Ophthalmicus (HZO). Risiko: Keratitis, Uveitis, Sehverlust.
- Gesichtnerv (Ramsay Hunt): Ohr-/Gesichtsläsionen → Gesichtslähmung, Hörverlust.
- ZNS-Dissemination: Selten; Enzephalitis, Myelitis, Schlaganfall (VZV-Vaskulopathie).
Klinischer Rat
- Gürtelrose-Läsionen vor Trauma schützen (lockere Kleidung, kein Kratzen).
- Bei neuen Läsionen in der Nähe von Augen, Ohren oder ZNS-Symptomen umgehend medizinische Hilfe suchen.
- Antivirale (Valaciclovir 1 g TID ×7 Tage) innerhalb von 72 h reduzieren Schweregrad/Ausbreitung.
- Impfung (Shingrix) verhindert Reaktivierung; >90 % wirksam.
Trauma „verursacht“ Gürtelrose nicht, kann aber die Dissemination bei aktiver Erkrankung verschlimmern.