Periphere Vasodilatation – Weitung von Arteriolen und Kapillaren in den Extremitäten – verursacht erhöhten Blutfluss, Wärme, Erythem und manchmal Ödem. Sie kann eine gesunde Reaktion oder ein Warnsignal für ernsthafte Pathologie sein.
Häufige physiologische Auslöser
- Hitzeexposition (Thermoregulation)
- Alkohol (direkte Gefäßwirkung + Acetaldehyd)
- Scharfe Speisen (Capsaicin → TRPV1-Aktivierung)
- Bewegung (metabolischer Bedarf)
- Klimakterium-Hitzewallungen (Östrogenentzug → Thermoregulationsinstabilität)
Pathologische Ursachen
- Autonome Dysfunktion (Dysautonomie, POTS)
- Sepsis/SIRS (distributiver Schock)
- Karzinoid-Syndrom (Serotonin, Kallikrein)
- Mastzellaktivierung / Anaphylaxie
- Medikamentennebenwirkungen: Vasodilatatoren (Hydralazin, Minoxidil, Nitrate), KKBs, ACE-Hemmer/ARTs, PDE5-Hemmer, Niacin.
- Thyreotoxikose, AV-Fisteln, Arteriovenöse Missbildungen.
Red Flags für Abklärung
- Persistierende oder unerklärliche Vasodilatation
- Begleitende Synkope, Hypotonie, Tachykardie
- Anzeichen von Infektion/Sepsis
- Neuer zeitlicher Zusammenhang mit Medikament
- Systemische Symptome (Gewichtsverlust, Flushing + Durchfall → Karzinoid erwägen)
Nützliche Vasodilatation (Bewegung, Hitze) ist selbstlimitiert. Pathologische Formen erfordern Identifizierung und Behandlung der Grunderkrankung. Im Zweifel – besonders bei hämodynamischer Instabilität – Abklärung suchen.