Psychosomatische Störungen (jetzt genannt somatische Symptomstörung oder funktionelle somatische Syndrome) beinhalten echte, belastende körperliche Symptome, die durch psychische Faktoren verursacht werden – nicht „eingebildet“ oder „vorgetäuscht“.
Häufige Manifestationen
- Chronische Schmerzen (Kopfschmerzen, Rücken, Becken, Fibromyalgie)
- Fatigue (Chronisches Fatigue-Syndrom)
- GI: Reizdarmsyndrom, funktionelle Dyspepsie, Übelkeit
- Neurologisch: Konversionssymptome (Schwäche, Krampfanfälle, Blindheit)
- Kardial: Nicht-kardiale Brustschmerzen, Herzklopfen
- Respiratorisch: Hyperventilationssyndrom, Kloßgefühl im Hals
Warum sie real sind
Neuroimaging zeigt veränderte zentrale Schmerzverarbeitung, erhöhte interozeptive Wahrnehmung und dysregulierte Stress-Achse (HPA)-Aktivität. Symptome sind physiologisch messbar (z. B. Magen-Darm-Motilitätsänderungen beim Reizdarmsyndrom).
Evidenzbasierte Behandlung
- Kognitive Verhaltenstherapie (KVT): Strukturiert katastrophale Gesundheitsüberzeugungen um, reduziert Symptomfokus, lehrt Bewältigung.
- Antidepressiva: Trizyklika (Amitriptylin), SNRI (Duloxetin) modulieren Schmerzwege in niedrigen Dosen.
- Gestufte Bewegungstherapie: Gepaarte Aktivität beugt Konditionierungsverlust vor (Chronisches Fatigue, Fibromyalgie).
- Körper-Geist: Achtsamkeit, Yoga, darmgerichtete Hypnotherapie (Reizdarmsyndrom).
- Multidisziplinäre Rehabilitation: Integrierte medizinische, psychologische, physikalische Therapie.
Wichtige Prinzipien
- Symptome validieren; vermeiden Sie „es ist alles nur Einbildung“.
- Organische Erkrankung sorgfältig ausschließen (Überdiagnostik verstärkt Krankheitsverhalten).
- Fokus auf Wiederherstellung der Funktion, nicht nur auf Symptombeseitigung.
- Starke therapeutische Allianz ist der beste Prädiktor für Besserung.