Der Atemrhythmus wird von einem verteilten neuronalen Netzwerk generiert und moduliert, das chemische, mechanische und verhaltensbezogene Eingaben integriert.
1. Zentrale Musterbildner (CPGs)
Liegen im Medulla und Pons:
- Pre-Bötzinger-Komplex (preBötC): Inspiratorischer Rhythmus-Kern.
- Bötzinger-Komplex: Exspiratorische Augmentation.
- Pons (Parabrachial/Kölliker-Fuse-Kerne): Phasenwechsel, respiratorisches Muster.
2. Chemorezeptoren
- Zentral (medullär): Reagieren auf Liquor-pH (reflektierend PaCO₂). Primärer Antrieb für CO₂/H⁺.
- Peripher (Carotis-/Aortiskörper): Spüren PaO₂, PaCO₂, pH. Kritisch für hypoxischen Antrieb.
3. Mechanorezeptoren
- Lungenstreckrezeptoren (Hering-Breuer-Reflex): Beenden die Inspiration bei hohen Lungenvolumina.
- Reizrezeptoren, J-Rezeptoren: Lösen Husten, schnelles flaches Atmen aus.
4. Höhere Gehirnzentren
Kortex (willkürliche Kontrolle), limbisches System (Emotion), Hypothalamus (Temperatur, zirkadian).
5. Andere Modulatoren
Propriozeptoren (Übung), Thermorezeptoren, Nozizeptoren, zirkadiane Rhythmen.
Wichtigste Erkenntnis
Der Atemrhythmus entsteht aus Hirnstamm-CPGs, die kontinuierlich durch Chemorezeptor-Feedback, mechanische Signale und supratentorielle Einflüsse abgestimmt werden, um den metabolischen Bedarf zu decken.