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Niesreflex: Staub-Auslöser-Mechanismen & Schutzfunktion

Niesen (Sternutation) ist ein schützender Reflex, der nasale Reizstoffe durch koordinierte Atemwegsmuskelaktivierung ausstößt.

Staub-ausgelöster Niesweg

  1. Partikelablagerung: Staub (und adsorbierte Allergene: Pollen, Schuppen, Milbenkot) landet auf der Nasenschleimhaut.
  2. Rezeptoraktivierung: C-Faser-Nociceptoren (TRPV1, TRPA1) und Mechanorezeptoren erkennen mechanische/chemische Reizung.
  3. Afferente Signalgebung: Trigeminusnerv (Ophthalmik-/Maxillarzweige) → lateraler Medulla (Nieszentrum).
  4. Zentrale Verarbeitung: Nieszentrum integriert Schwelle – „Niesauslöserzone“.
  5. Efferente Explosion: Koordinierte Motorausgabe:
    • Tiefe Inspiration (Zwerchfell, äußere Interkostale).
    • Glottisverschluss + Velum-Hebung (Druck einschließen).
    • Explosive Expiration (Bauchmuskeln, innere Interkostale) → 100–150 mph Luftstrom.
    • Lidschluss (schützend).

Schutzfunktionen

  • Reinigt Nasenwege von Partikeln, Allergenen, Erregern.
  • Verhindert tieferes Eindringen in die Atemwege.
  • Setzt die Nasenschleimhautumgebung zurück.

Pathologisches Niesen

  • Allergische Rhinitis: IgE-vermittelte Überempfindlichkeit – Histamin, Leukotriene senken Schwelle.
  • Nicht-allergische Rhinitis: Vasomotorisch, gustatorisch, medikamentös induziert (ACE-Hemmer).
  • Photischer Niesreflex: Autosomal dominant (ACHOO-Syndrom) – 18–35 % der Bevölkerung.
  • Unkontrollierbares Niesen: Selten; zentrale Läsionen, psychogen.

Management

Antihistaminika (H1), intranasale Kortikosteroide, Anticholinergika (Ipratropium), Immuntherapie bei allergisch. Auslöser vermeiden. Chronisches Niesen erfordert HNO-/Allergie-Abklärung.

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