MRI-T2-Hyperintensität in den Nieren: Differentialdiagnose
T2-Hyperintensität = hoher Wassergehalt / Ödeme / zystische Veränderung. Ursachen:
- Autosomal-dominante polyzystische Nierenerkrankung (ADPKD): Mehrere Zysten (T2 hell) vergrößern die Nieren. Genetisch (PKD1/PKD2).
- Medulläre Schwammniere (MSK): Erweiterte Sammelrohre im Mark → tubuläre Zysten/Steine → T2-helle markiale Streifen.
- Nierenzellkarzinom (RCC): Klarzelliges RCC oft T2-hyperintensiv (hoher Wasser-/Lipidgehalt). Verstärkt bei Kontrastmittelgabe.
- Akute tubuläre Nekrose (ATN): Ischämische/toxische tubuläre Schädigung → Ödeme, Zylinder → kortikale T2-Hyperintensität.
- Chronische Nierenerkrankung (CKD): Fibrose, tubuläre Atrophie, interstitielles Ödem → diffuse T2-Hyperintensität (späte Stadien).
- Sonstiges: Akute interstitielle Nephritis, Obstruktion, Niereninfarkt, Abszess.
Klinischer Kontext
- Zufallsbefund bei abdominaler MRT → mit Labor (Kreatinin, eGFR), Urinstatus, Familienanamnese korrelieren.
- ADPKD: Risikoverwandte untersuchen.
- RCC: Kontrastverstärkte MRT/CT zur Stadieneinteilung.
- CKD: Verlauf überwachen, Blutdruck, Diabetes behandeln.
Nicht jede T2-Hyperintensität = Pathologie; leichte markiale Hyperintensität kann bei älteren Erwachsenen normal sein.