Frühe Nierenerkrankung hat meist keine Symptome. Die Nieren kompensieren bemerkenswert gut – erhebliche Funktionsverluste können eintreten, bevor Sie etwas spüren. Deshalb ist das Screening von Risikogruppen entscheidend.
Risikofaktoren, die ein Screening rechtfertigen
- Diabetes (führende Ursache für Nierenversagen)
- Hypertonie (zweitführende Ursache)
- Familiäre Vorgeschichte von Nierenerkrankungen
- Alter ≥60
- Kardiovaskuläre Erkrankung
- Adipositas
- Chronische NSAR-Einnahme (Ibuprofen, Naproxen)
- Bestimmte Ethnien: Afroamerikaner, Hispanoamerikaner, Native American, Asiatisch-Amerikaner
Mögliche frühe Hinweise (oft subtil)
- Müdigkeit, reduzierte Energie
- Konzentrationsschwierigkeiten
- Appetitlosigkeit
- Geschwollene Knöchel/Füße (leichte Ödeme)
- Häufiges nächtliches Wasserlassen (Nykturie)
- Trockene, juckende Haut
Diese sind unspezifisch und leicht anderen Ursachen zuzuschreiben.
Screening-Tests
- Bluttest: eGFR (geschätzte glomeruläre Filtrationsrate) – misst die Filterkapazität.
- Urin-Test: UACR (Urin-Albumin-zu-Kreatinin-Verhältnis) – erkennt frühen Proteinverlust.
- Blutdruckmessung.
Warum Früherkennung wichtig ist
Interventionen (Blutdruckkontrolle, Glukosemanagement, SGLT2-Hemmer, ACE-Hemmer/AT1-Blocker, Ernährungsumstellung) können die Progression verlangsamen und Dialyse/Transplantation verhindern oder verzögern. Wenn Symptome auftreten, ist der Schaden oft fortgeschritten.
Wenn Sie Risikofaktoren haben, bitten Sie Ihren Arzt um eine jährliche Nierenuntersuchung.